<3 my new shirt

Das Fanboy Bashing nimmt immer mehr zu.
Zeit, mal aus der Sicht eines sog. Fanboys zu berichten was die Meisten eigentlich als Fanboy bezeichnen. Dabei schreibe ich aus meiner Sicht, wie ich dieses Thema sehe, was dann natürlich nicht vollständig neutral sein kann. Aber ich bemühe mich um Neutralität und werde zu allen Seiten kritisch sein. Schließlich soll dieser Text aufklären und nicht noch mehr Benzin ins Fanboy-Bashing-Feuer kippen.
Ohne die Filme Tron und Wargames würde ich diesen Text wohl nicht schreiben. Sie bildeten die Grundlage für alles was folgt. Egal ob Apple, PC, OSX, Windows oder sonst was. Ohne das MCP oder Joshua wäre mein Leben anders verlaufen. Zum Glück ist es genau so wie es ist :-)
Meinen ersten Kontakt mit einem Computer hatte ich mit ca. 10 Jahren. Im Laufe der Zeit konnte ich z.B. einen Commodore Plus 4, Schneider CPC 464, Commodore C64, Commodore Amiga 500 mit diversen Erweiterungen sowie anschließen etliche PCs angefangen von einem 486 – DX 33 MHz bis hin zu einem damals kräftigen Pentium 4 mit genug Power für mehrere Jahre mein Eigen nennen. Natürlich hatte ich mich während dieser Zeit mit vielen verschiedenen Betriebssystemen beschäftigt. Windows, Linux, Solaris, OS/2, DOS etc. sorgten dabei immer abwechselnd für Freude und Frust.
Und das Ganze führte zu einem beruflichen Werdegang in die IT Branche: Ausbildung zum Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung und Studium der Wirtschaftsinformatik.
Aber genug des Vorwortes. Nun zum eigentlichen Thema.
Es war einmal um Weihnachten im Jahre 2006 als der Bedarf nach einem Laptop geweckt wurde. Prämissen waren dabei Handling, Akkuleistung und Zuverlässigkeit. Nach einiger Zeit fiel die Wahl auf das damals noch erhältliche schwarze Macbook. Es war klein, handlich, mit hoher Laufzeit und OSX versprach laut Aussagen von Kommilitonen sehr stabil zu sein. Da muss was dran sein dachte ich; schließlich basiert OSX ja auf BSD/Unix. Also habe ich alles an Geld zusammengekratzt was da war plus den obligatorischen Anteil vom Weihnachtsmann. Denn 1.400 Euro für ein Laptop ist sicherlich kein Taschengeld. Hier haben wir auch wohl den größten und ersten Bashing-Point:
Ich glaube jeder Apple User hat diese Aussage schon mal gehört. Man kann diese Aussage noch erweitern um “zu teuer für die gebotene Hardware”. Wie geht man da als gebrantmarkter Apple Fanboy ran? Nun ja erstmal muss man auch als Fanboy sagen: rein vom Verkaufspreis her sind Apple Rechner wirklich in der Regel teurer als z.B. ein im Ansatz vergleichbarer Dell PC. Somit stimmt die Aussage des Bashers erstmal. Aber wie so oft: die Lösung steckt im Detail.
Die meisten Basher beziehen diese Aussage nämlich wirklich nur auf den VK-Preis. Das jedoch reicht leider nicht um die Aussage als komplett wahr oder falsch zu deklarieren. Ich hatte mir mal den Spass gemacht den iMac (März 2010er Modell) 27 Zoll möglichst genau mit Einzelkomponenten bei einem bekannten Online PC Händler nachzubauen. Dabei gab es mehrere Erkenntnisse darüber was die Basher bei der obrigen Aussage nicht beachten:
1. Wissen
Um einen guten PC, der auf seine eigenen Wünsche zugeschnitten ist, zu erwerben sollte man möglichst sich eben diesen mittels Einzelkomponenten zusammenstellen. Das war schon immer so. Genauso habe ich das auch wie oben erwähnt gemacht, um den iMac als PC “nachzubauen”. Und ziemlich schnell war klar: einfach zusammenstellen geht nicht. Also erstmal das Mainboard wählen. Das ging noch relativ fix. Dann: hmm Speicher. Welcher ist das denn? Welcher arbeitet gut mit dem Mainboard zusammen? Ok. Google.
Was gibt es für Graphikkarten? Welche GPU ist aktuell top im Preis/Leistungsverhältnis? Meh. Google. Ah eine gefunden. Aber was steht da? Bitte Beta Treiber unter Windows 7 verwenden sonst läuft die nicht? Ahja. Gut.
Ergebnis: Man muss erstens über Hardware-Wissen verfügen um sinnvoll einen PC zusammzustellen. Ein Normal-User ohne IT Background wird kaum in der Lage sein sich so einen PC zu kaufen, und es wird ihn auch nicht interessieren ob sich z.B. die RAM Riegel fürs Overclocking eignet.
2. Zeit
Aber auch der IT Experte wird Zeit für Recherchen investieren müssen, was gerade aktuell auf dem Hardware Markt vorhanden ist und ob die gewählten Komponenten auch “harmonisieren”. Und wenn man noch den PC selbst aus den Einzelteilen zusammenbauen will kommt das noch oben drauf aufs Zeitkonto. Und dann noch das Betriebsystem installieren und konfigurieren. Und hoffen das es klappt. Zeitkonto also nochmal erhöht.
Und was bedeutet Zeit? Jap. Geld. Aufwand.
3. Risiko
Hat man alle Komponenten gewählt und auch sorgfältig recherchiert das diese untereinander auch “harmonisieren” gibt es dennoch ein gewisses Restrisiko das dem nicht so ist. Fehlerhafte Windowstreiber oder kein Linuxsupport wären solche Risiken
Wenn man diese Punkte mit dem VK-Preis der PC Komponenten addiert sieht die Rechnung schon anders aus. Und da die meisten User eher nicht hardwareversiert sind, würden diese eh zu einem “Von Der Stange” Modell greifen.
4. Prämissen
Auch dieser Punkt wird sehr gerne übersehen. Jeder User, der sich einen Rechner kaufen will hat irgendwelche Prämissen dafür, wie er diesen Rechner nutzen will. Möchte man hauptsächlich zocken, ist es logisch das man eine Über-Power Graphikkarte haben will und diese auch braucht. Will man das nicht, wird man auch keine brauchen. Möchte man einen Laptop mit hoher Akkulaufzeit haben, wird man wohl oder übel auf High Performance größtenteils verzichten müssen. Diese Liste kann man fast unendlich weiterführen. Entscheidend ist jedoch das die Prämissen eines Users durchaus Einfluss auf den Preis eines Rechners nehmen.
5. Vergleichsbasis
Äpfel mit Birnen vergleichen: besser kann man diesen Spruch nicht anwenden *g* Der Basher achtet in den meisten Fällen nicht darauf womit er die Apple Produkte vergleicht. Gutes Beispiel: das Display vom iMac bzw. das Cinema Display.
Ganz klar: es gibt billigere Monitore in der gleichen Größenordnung oder sogar größere Monitore die weniger kosten. Stellt das der Basher fest, hört er meist auf zu vergleichen denn er hat ja recht; Apple ist teurer. Ob jedoch der Vergleichsmonitor mit den gebotenen Spezifikationen des Apple Displays mithalten kann (z.B. Auflösung) wird nicht verglichen. Und genau in diesem Punkt wird man nicht viele Monitore finden, die diesen Vergleich bieten können. Der Teufel steckt wieder einmal im Detail.
Aber wie sieht denn das Ganze beim Kauf eines iMacs aus?
Apple Store aufsuchen. Modell wählen. Zusatzoptionen wählen (bitte kein RAM *g*). Bezahlen. Mitnehmen. Done.
Und ich gehe davon aus, das genau das die meisten User wollen. Sowohl N00bs als auch Experten. Zu diesem Thema passend gibt es auch ein interessantes Video: Axel Springer stellt auf Apple um
Am XMAS Day war dann soweit. Mein erster “Apple Rechner” sollte ausgepackt werden. Schon dabei merkte ich: etwas ist anders. Das Auspacken erwies sich als wahre Freude. Nicht nur deshalb das es mein erster Laptop war, sondern dadurch das die Verpackung von Grund auf logisch und anwenderfreundlich gestaltet war. Alles machte einen Sinn: Laschen an der Plastikfolie beim Macbook um ihn ganz einfach aus der Verpackung zu nehmen, richtige Reichenfolge der Zubehörteile usw. Es war pure Freude. Nach dem Begutachten aller Teile aus dem Karton wagte ich den ersten Versuch das Macbook anzuschalten. In der Eile hatte ich aber vergessen das Netzteil anzuschließen und war erstaunt, das das Macbook ohne weiteres startete. Tatsächlich war der Akku schon geladen um sofort loslegen zu können. Das war praktisch. Also machte ich mich an die Erstkonfiguration und stellte mich auf einen längeren Prozess ein. Schließlich war es ja nicht der erste frische Rechner den ich neu konfigurieren musste. Nach einem typischen Propaganda Video folgenden die ersten Schritte des OSX Setups: Name eingeben, Location festlegen, Sprache definieren…was man halt so kennt. Alles ginger locker und flockig von deer Hand, obwohl ich von OSX keine Ahnung hatte. Bis ich das erste Mal den Desktop von OSX sah vergingen keine 10min. Schnelles und unkompliziertes Setup.
Die ersten Gehversuche unter OSX respektive mit dem Macbook waren natürlich verwirrend. Mehr als 10 Jahre Windows – User sein bringt Gewohnheiten mit sich, die man erstmal unter OSX nicht oder anders vorfindet.Teilweise stellte sich sogar Frust ein: “Wo finde ich xy denn??” musste ich recht oft denken. Und genau in diesem Bereich haben wir schon einen weiteren Bashing-Point.
Solche Sätze hört man sehr oft von OSX/Apple Gegnern. Begründet wird es meist mit Aussagen wie: “Windows läßt sich einfacher bedienen”, “habe keine Lust mich umzustellen” oder” ich finde mich gar nicht zurecht”. Grundsätzlich ist da auch was dran, aber:
Das gilt für alles Neue im Leben eines Menschen. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier.
Da ist es nur logisch, das nach X Jahren der Benutzung von Betriebssystem Y der Wechsel zu einem neuen OS einem schwerfällt. Gewohnte Arbeitsschritte können meist nicht ausgeführt werden, es sieht optisch anders aus und meist ist die Technik auch noch komplett anders. All das bedeutet, das der Mensch/User sich umstellen muss. Er muss zwar nicht alles neu lernen aber es wird eine Umstellzeit geben, in der oft Frust aufkommen kann. Und da liegt es auf der Hand das z.B. Windows “einfacher” zu bedienen ist, wenn man 10 Jahre oder länger damit gearbeitet hat. Jedoch ist es im Kern nicht “einfacher” sondern schlicht “einfach gewohnt”. Der Wechsel eines Betriebsystems kostet Zeit, Lernaufwand und den Willen etwas Neues anzunehmen. Und das hat nichts mit OSX an sich zu tun. Und schon gar nicht mit Apple.
Mir erging es dabei nicht anders. Ich musste am Anfang schon hier und da nachschauen wie ich dies und das machen kann. Aber mit jedem neuen Schritt den ich unter OSX gemacht hatte, wurde mir immer mehr ersichtlich, was mir in den 10 Jahren davor gefehlt hatte. Die lange Verwendung von Windows hatten bei mir Verhaltensweisen geprägt, die unter OSX recht nervig sein können. Bis ich gemerkt hatte, das Message Boxes unter OSX dem User wirklich helfen verging durchaus viel Zeit. Unter Windows war ich es gewohnt die einfach wegzuklicken. Sie brachten einem eh nichts. War halt Gewohnheit. Unter OSX gebe ich inzwischen aber den Info Fenstern durchaus eine Chance und lese den Text. Und siehe da, die meisten geben sinnvolle Hinweise. Die nächste blockierende Denkweise die ich hatte betraf das File Management. Das es keine Laufwerksbuchstaben unter OSX gab, war mir vorher schon klar. Das man Programme nicht wirklich “installiert” wie bei Windows war ebenfalls schnell klar. Trotzdem habe ich (wohl unterbewußt) aus Angst des Verlustes der Übersichtlichkeit angefangen im Application Folder unter OSX Sub-Folder einzurichten. Da hatte ich dann ganz ganz viele von: Sub-Folder “Office”, “Tools”, “Musik”, “Dev” etc. um auch schön alle Programme sinnvoll sortiert zu haben. Und immer wenn ich ein Programm “installiert” hatte, habe ich das dann in den entsprechenden Folder geschoben. Ordnung muss sein. Warum das Ganze? Unter Windows habe ich nichts mehr gehasst als ein total wirr durcheinandergewürfeltes Start Menü. Also machte ich das Gleiche unter OSX. Da war es wieder. Das Tier namens Gewohnheit. Wie sinnlos so etwas war, wurde mir ganz schnell mit der Verwendung von Spotlight und später Quicksilver klar. Seitdem gibt es keine “Ordnerstruktur” mehr in meinem Application Folder. Neues Programm wird da reingeschon und gut ist. Done. Ich muss nicht überlegen. Muss mir keine Sorgen machen das ich es nicht wiederfinde. HFS+ Journal tut dazu seinen Beitrag. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt kam der Wandel bzw die Erkenntnis: Windows ist nicht komfortabel, ich war nur dran gewöhnt. Die 10 Jahre haben in mir starre Vorgehensweisen geprägt. Nun war es Zeit, diese loszuwerden.
Ende des Ersten Teils.